Pressespiegel

Die Gre­fra­ther SPD muss­te nach der Kom­mu­nal­wahl her­be Ver­lus­te hin­neh­men. Den­noch sol­len so­zi­al­de­mo­kra­ti­schen The­men wei­ter­hin plat­ziert wer­den. Da­zu ge­hö­ren be­zahl­ba­re Woh­nun­gen in Gre­frath. Von Uli Rentzsch

GRE­FRATH | In Gre­frath gibt es ei­nen Man­gel an be­zahl­ba­rem Wohn­raum. Die­se kla­re Aus­sa­ge un­ter­strei­chen die bei­den Gre­fra­ther SPD-Po­li­ti­ker Bernd Be­dron­ka und Ro­land An­gen­vo­ort. „Man merkt schnell, dass es ei­ne ho­he An­zahl von Be­wer­bern auf ei­ne ge­rin­ge An­zahl von neu ge­bau­ten Häu­sern gibt“, sagt Ro­land An­gen­vo­ort, stell­ver­tre­ten­der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der der So­zi­al­de­mo­kra­ten im Gre­frath Ge­mein­de­rat. Es sei grund­sätz­lich gut, dass es die Men­schen nach Gre­frath zieht. Man ha­be ge­lernt. So sei­en im neu­en Wohn­ge­biet an der Fär­ber­stra­ße auch zwei Mehr­fa­mi­li­en­häu­ser ein­ge­plant wor­den. Im Bau­ge­biet Scha­p­hau­ser Stra­ße sei dies noch von der Mehr­heits­frak­ti­on, al­so der CDU, ab­ge­lehnt wor­den. „Das hat mich schon ge­stört,“ sagt An­gen­vo­ort.

Mit dem Be­ginn der Bau­ar­bei­ten an der Fär­ber­stra­ße rech­nen die bei­den So­zi­al­de­mo­kra­ten in­ner­halb der nächs­ten zwei Jah­re. Das de­cke den Be­darf aber im­mer noch nicht, er­gänzt der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Bernd Be­dron­ka. „Wenn man Ein­fa­mi­li­en­grund­stü­cke aus­weist, dann ha­ben wir im Ver­hält­nis drei bis vier Be­wer­bun­gen auf ein Grund­stück“, sagt er. Gre­frath wer­de im über­re­gio­na­len Ver­gleich oft im glei­chem Atem­zug mit Kem­pen ge­nannt. So ha­ben die bei­den Kom­mu­nen ei­nen ähn­li­chen Miet­spie­gel, „was mich üb­ri­gens sehr stört“. Aber mit be­zahl­ba­rem Wohn­raum sei nicht un­be­dingt so­zia­ler Woh­nungs­bau ge­meint. Ge­ra­de freie Trä­ger schaf­fen es, Qua­drat­me­ter­prei­se an­zu­bie­ten, die auch nicht hö­her als im so­zia­len Woh­nungs­bau lie­gen. „Es muss in Gre­frath Woh­nun­gen ge­ben, die be­zahl­bar sind, nicht nur für So­zi­al­hil­fe­emp­fän­ger, son­dern bei­spiels­wei­se für jun­ge Leu­te, die aus dem El­tern­haus aus­zie­hen wol­len, aber den­noch in Gre­frath blei­ben wol­len“, sagt Be­dron­ka. Das gel­te auch für Men­schen, die im Al­ter ih­re Wohn­flä­che ver­rin­gern möch­ten. „Wir brau­chen al­so ge­ra­de hier Flä­chen, auf der man fünf bis sechs Wohn­ein­hei­ten un­ter­brin­gen könn­te“, er­gänzt An­gen­vo­ort.

Die Um­set­zung ge­stal­te sich nicht ein­fach, be­tont Be­dron­ka. Er glaubt, die CDU hät­te nicht ge­nug Ver­bin­dun­gen in jun­ge Fa­mi­li­en oder in jun­ge Ge­ring­ver­die­ner oder in die Grup­pe äl­te­rer Men­schen, die sich im Al­ter Sor­gen mach­ten. Das Re­sul­tat sei ei­ne Art Kli­en­tel­be­die­nung. So sei es letzt­end­lich zu dem Be­schluss ge­kom­men, dass an der Scha­p­hau­ser Stra­ße nur Ein­fa­mi­li­en­häu­ser ge­plant wür­den. „Die­se Rich­tung passt in den ge­sell­schaft­li­chen Zu­sam­men­hang der CDU, aber nicht in un­se­ren ge­sell­schaft­li­chen Zu­sam­men­hang“, sagt Be­dron­ka. Die For­de­rung der Gre­fra­ther SPD ist, bei je­der Aus­wei­sung ei­nes Bau­ge­bie­tes dar­auf zu ach­ten, dass auch Mehr­fa­mi­li­en­häu­ser in die Pla­nung ein­be­zo­gen wer­den.

An­gen­vo­ort gibt zu be­den­ken, dass die Ge­mein­de ein Vor­kaufs­recht hin­sicht­lich ei­nes Grund­stücks­kaufs ha­be. So ha­be man es im Fal­le ei­nes gro­ßen Grund­stücks in Oedt nicht ge­schafft, den „Fin­ger dar­auf zu hal­ten“, al­so als Ge­mein­de zu er­wer­ben. Da­mit sei der ge­stal­te­ri­sche Rah­men ver­lo­ren ge­gan­gen, weil nun ein Bau­trä­ger elf Wohn­ein­hei­ten pla­ne. „Hät­te die Ge­mein­de das Ge­biet als Bau­land ent­wi­ckelt, hät­te man nach mei­nen Be­rech­nun­gen rund 300.000 Eu­ro Ge­winn er­zie­len kön­nen“, sagt An­gen­vo­ort. So bräuch­te man sich über die Luft­fil­ter­ge­rä­te in den Schu­len nicht mehr zu un­ter­hal­ten. Und man hät­te die ge­stal­te­ri­sche Ho­heit ge­habt.

„Denk­bar wä­re ein kom­mu­na­les In­vest­un­ter­neh­men, das be­reit ist, in be­zahl­ba­ren Wohn­raum zu in­ves­tie­ren“, er­klärt Be­dron­ka. Die­ses Un­ter­neh­men könn­te ein Mehr­fa­mi­li­en­haus auch als Ver­mie­ter wei­ter be­trei­ben. Gre­frath sei zwar an der GWG, der Ge­mein­nüt­zi­gen Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft für den Kreis Vier­sen, be­tei­ligt, den­noch müs­se die GWG, üb­ri­gens grö­ß­ter Ver­mie­ter in Gre­frath, mit ih­ren Ka­pa­zi­tä­ten haus­hal­ten. An­gen­vo­ort kann sich durch­aus vor­stel­len, auf in­ter­kom­mu­na­ler Ebe­ne tä­tig zu wer­den, man müs­se nicht al­les al­lei­ne ma­chen. Gre­frath sei schlie­ß­lich ei­ne klei­ne Ge­mein­de und mit ei­ner Stadt nicht zu ver­glei­chen. „Un­se­re Auf­ga­be ist es, zu sen­si­bi­li­sie­ren und Über­zeu­gungs­ar­beit zu leis­ten“, sagt An­gen­vo­ort. „Wir müs­sen in Gre­frath ei­ne ge­sun­de Mi­schung von Wohn­ein­hei­ten fin­den“, er­gänzt Be­dron­ka.

Nach der ver­gan­ge­nen Kom­mu­nal­wahl ha­be die SPD die Hälf­te ih­rer Rats­sit­ze ver­lo­ren. Be­son­ders bit­ter ha­ben die So­zi­al­de­mo­kra­ten den Ab­gang von Jes­si­ca Stein­mül­ler emp­fun­den, die mit Man­dat – das sie üb­ri­gens nicht di­rekt, son­dern von der SPD be­kom­men ha­be – nach der Kom­mu­nal­wahl zu den Grü­nen wech­sel­te. „Wir sind bei die­ser Wahl ganz knapp am sechs­ten Man­dat vor­bei­ge­schrammt“, sagt Be­dron­ka. Von den mög­li­chen sechs Sit­zen blei­ben al­so ak­tu­ell nur noch vier. Da­mit ist die SPD viert­stärks­te Frak­ti­on im Rat. „Nie­mand ist so ab­ge­straft wor­den wir wir“, gibt Be­dron­ka un­um­wun­den zu. „Aber wir ha­ben uns re­la­tiv schnell ge­fan­gen und schau­en zu­ver­sicht­lich in die Zu­kunft“, er­gänzt An­gen­vo­ort. Die Men­schen, die für die SPD le­ben, sei­en ja noch vor­han­den. An­gen­vo­ort: „Un­ser Ziel muss es sein, uns wie­der an die 30 Pro­zent Stim­men­an­teil her­an­zu­rob­ben.“

In­fo Vier statt sechs Man­da­te für die SPD

Bei der Kom­mu­nal­wahl 2020 er­reich­te die Gre­fra­ther SPD 17,25 Pro­zent (Kom­mu­nal­wahl 2014: 33,56 Pro­zent) der Stim­men, die zweit­meis­ten hin­ter der CDU. Das spie­gelt sich nicht in der Sitz­ver­tei­lung im Ge­mein­de­rat wi­der. Hier hat die SPD ak­tu­ell vier Sit­ze. Von den ur­sprüng­li­chen fünf Sit­zen ver­lor die SPD ei­nen Sitz durch den Wech­sel von Jes­si­ca Stein­mül­ler zu den Grü­nen, die nach dem Wahl­er­geb­nis eben­falls fünf Sit­ze hat­te, nun aber mit sechs Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern im Rat sitzt.
Quelle: Rheinische Post 27. 08, 2021

Gre­fra­ther Kul­tur­preis geht an Mar­tins­ver­ei­ne

Die So­zi­al­de­mo­kra­ten lob­ten die Krea­ti­vi­tät der Ver­ei­ne in Co­ro­na-Zei­ten. Von Al­fred Knorr

GRE­FRATH | Am Sams­tag konn­te der Gre­fra­ther Orts­ver­ein der SPD end­lich wie­der ein Som­mer­fest fei­ern, nach­dem es im Vor­jahr co­ro­na-be­dingt aus­fal­len muss­te. Mit dem Kul­tur­preis der SPD wur­den die Mar­tins­ver­ei­ne in den vier Gre­fra­ther Orts­tei­len ge­ehrt. Der Orts­ver­bands­vor­sit­zen­de der SPD, Hu­go Bell­gardt, hob in der Lau­da­tio die be­son­de­ren Ver­diens­te um das Brauch­tum in Gre­frath her­vor und dank­te den sechs Ver­eins­ver­tre­tern für den Ein­satz der Mar­tins­ver­ei­ne und ih­re be­son­de­re Krea­ti­vi­tät im ver­gan­ge­nen Co­ro­na-Jahr.

Das lang­jäh­re Par­tei­mit­glied Karl-Heinz Wei­den­feld er­hielt aus der Hand von Alt­bür­ger­meis­ter Man­fred Lom­metz den Ma­ya-Schmitz-Peick-Preis für sein eh­ren­amt­li­ches En­ga­ge­ment in fünf Jahr­zehn­ten. Wei­den­feld war 45 Jah­re als sach­kun­di­ger Bür­ger und als SPD-Ver­tre­ter im Ge­mein­de­rat po­li­tisch eh­ren­amt­lich tä­tig. Lom­metz ging in sei­ner Lau­da­tio auf den für ihn bes­ten Bun­des­prä­si­den­ten ein und zi­tier­te Gus­tav Hei­nemann mit den Wor­ten: „Man er­kennt den Wert ei­ner Ge­sell­schaft dar­an, wie sie mit den Schwächs­ten um­geht“. Da­zu tra­gen die Eh­ren­amt­ler ei­nen Gro­ß­teil bei. Der ehe­ma­li­ge Bür­ger­meis­ter cha­rak­te­ri­sier­te Wei­den­feld als ei­nen Ge­mein­de­ver­tre­ter, der nicht „strom­li­ni­en­för­mig oder als Mit­läu­fer sein Man­dat ver­sah, son­dern sich als streit­ba­rer und pro­vo­zie­ren­der Zeit­ge­nos­se“ für die Men­schen ein­setz­te. Vor­bild hier­für sei auch die 2015 ver­stor­be­ne Oed­te­rin Ma­ya Schmitz-Peick ge­we­sen, die sich zeit­le­bens für die Schwa­chen ein­setz­te, zu­letzt un­ter an­de­rem für ge­flüch­te­te Men­schen. Wei­den­feld dank­te für den Eh­ren­amts­preis, aber nicht oh­ne zu er­wäh­nen, dass man sich nicht auf Platz 1 der Wahl­lis­te set­zen lässt, um nach der Wahl mit dem Man­dat zu ei­ner an­de­ren Par­tei zu wech­seln.

Udo Schief­ner, Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ter aus Kem­pen, über­reich­te auf dem Som­mer­fest Ur­kun­den und Ge­schen­ke an ver­dien­te lang­jäh­ri­ge SPD-Mit­glie­der, die zu­sam­men 200 Jah­re Par­tei- und Orts­ge­schich­te aus­mach­ten. Zu­sam­men mit der NRW-Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin Nad­ja Lü­ders ehr­te er Chris­ta Gie­se für zehn­jäh­ri­ge, Jür­gen Hü­ren für 40-jäh­ri­ge und sei­nen Va­ter Win­fried Hü­ren für 50-jäh­ri­ge Mit­glied­schaft in der SPD. Win­fried Hü­ren war lang­jäh­ri­ges Rats­mit­glied und SPD-Ort­vor­sit­zen­der und ist noch heu­te bei der Ar­bei­ter­wohl­fahrt (Awo) wie auch beim Ver­ein „Äl­ter wer­den in Gre­frath“ ak­tiv. Auf ei­ne über 50-jäh­ri­ge Mit­glied­schaft konn­te auch Hans-Wil­li Bau­ten zu­rück­bli­cken, der in der Zeit der Stu­den­ten­un­ru­hen 1969 der SPD bei­trat. Mit 55 Mit­glied­schafts­jah­ren ehr­ten Udo Schief­ner und Nad­ja Lü­ders die „Gran­de Da­me“ der Gre­fra­ther SPD, Mo­ni­ka Nö­the. Sie war vie­le Jah­re Orts­ver­eins­vor­sit­zen­de, stell­ver­tre­ten­de Bür­ger­meis­te­rin so­wie stell­ver­tre­ten­de Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de der SPD im Gre­fra­ther Ge­mein­de­rat. Quelle: Rheinische Post 24. 08. 2021

Grefrath Um Filteranlagen in Schulen anschaffen und installieren zu können, hat die SPD in Grefrath beantragt, 180.000 Euro für diese Aufwendungen zielgerichtet für diese Maßnahme neu in den Nachtragshaushalt 2021 aufzunehmen.
Dabei handele es sich um eine pandemiebedingte Mehraufwendung, die isoliert werden könne. Das heißt, dass die Gemeinde aktuell nur eine geringe finanzielle Belastung zu tragen hätte.
Bereits mehrfach sei in der Vergangenheit über die notwendige Ausstattung von rund 40 Klassenräumen an der Sekundarschule sowie den beiden Standorten der Grundschule mit Filteranlagen gegen Viren, insbesondere Coronaviren, beraten worden. Zuletzt sei in der Sitzung des Rates am 22. Juni 2020 ein praktikables Modell für einen Einzelpreis von knapp 4000 Euro pro Stück durch das Bauamt vorgestellt und von der Politik gutgeheißen worden, erinnert die SPD in ihrem Antrag an den Bürgermeister Stefan Schumeckers. „Leider wurde dieser Vorschlag in der irrigen Annahme, die Pandemie würde sich schon auslaufen, nicht weiterverfolgt“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Bernd Bedronka.
Eine Anschaffung und Installation müsse in den kommenden Monaten durchgeführt werden, um bei Beginn der Heizperiode im Herbst gegen eine zu befürchtende weitere Coronawelle zumindest teilweise gewappnet zu sein. Die bisherige Praxis der regelmäßigen Durchlüftung stelle ja lediglich eine kompromissbehaftete Hilfsmaßnahme dar, so die SPD. Darüber hinaus sei die Installation auch in den Räumen der OGS vorzusehen, sodass hier insgesamt 180.000 Euro vorzusehen seien.
Filteranlagen sollen Viren kontinuierlich aus der Luft herausfiltern. Das Umweltbundesamt, es gehört zum Geschäftsbereich des Bundesumweltministerium mit Svenja Schulze (SPD) an der Spitze, sieht die Filteranlagen allerdings skeptisch, hält sie aber doch in Ausnahmefällen für begründet.
Quelle ; Rheinische Post 31. März 2021